25.10.2025

Jüdisches Leben im Ostend

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Wie geht es weiter mit der Frankfurter Innenstadt zwischen Zeil und Main?

25.10.2025
14 Uhr, Treffpunkt Brückhofstraße 1

Spuren jüdischer Geschichte finden sich in Frankfurt nahezu allerorten – ganz besonders im Ostend. Eindrücklich wird dies vermittelt, wenn man sich auf Erzählungen von Zeitzeugen stützen kann, wie etwa Helmut „Sonny“ Sonneberg. Geboren 1931 als waschechter Frankfurter und katholisch erzogen, erfährt er erst am Tag, als die Synagoge in seiner Nachbarschaft brennt, von seiner jüdischen Abstammung. Zuvor ist er voller Stolz sogar als Messdiener im Kaiserdom aktiv; mit dem Novemberpogrom 1938 ändert sich für ihn, wie für so viele, die Welt. Er darf nicht länger Messdiener sein, nicht mehr in die reguläre Schule gehen und erfährt, dass er nicht wie Mutter und Ziehvater Wessinger heißt, sondern Sonneberg. Bis zu seinem Tod im Jahr 2023 berichtet Sonny immer wieder von seiner eindrucksvollen Lebensgeschichte: über die zunächst noch glückliche Kindheit im Ostend, die immer stärker werdenden Attacken von HJ-Mitgliedern, die Trennung von seiner Familie, das Leben in einem sogenannten Ghettohaus, die Deportation in das KZ Theresienstadt, die Befreiung im Mai 1945 und schließlich die Rückkehr nach Frankfurt – als einer von ganz wenigen Holocaust-Überlebenden der Stadt. Eine tragende Rolle kommt Sonny auch bei der Frankfurter Eintracht zu, ja, oft wird er als deren „größter Fan“ bezeichnet. Viele berührende und interessante Anekdoten kann die 479. Kleine Gruppe bei der Tour erfahren – von jemandem, der ihn gut gekannt hat.

SAMSTAG, 25. OKTOBER, 14 UHR
Treffpunkt Brückhofstraße 1
60311 Frankfurt
Führung Sascha Mahl
Dauer etwa 1,5 Stunden, max. 25 Teilnehmer
Anmeldung beim KKF bis 22. Oktober

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