22.04.2026

Wenn der Blick auf die Stadt zur Landschaft wird

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Dr. Claudia Müller-Proskar zum Frankfurter Impressionisten Jakob Nussbaum

22.04.2026
19 Uhr, Historische Villa Metzler

Von Nussbaums künstlerischem Blick auf Frankfurt geht ein Zauber aus. In seinen Stadtlandschaften erscheint die rasch wachsende Metropole voll farbiger Lebendigkeit, auf die Leinwand getupfte Straßen und Plätze laden zum Verweilen ein. Nicht ohne Grund wird Jakob Nussbaum (1873–1936) als der Frankfurter Impressionist bezeichnet. Doch zeigen diese Arbeiten nur einen Teil des umfangreichen Schaffens eines Mannes, der zu den kulturpolitischen Persönlichkeiten der Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts in Frankfurt zählte. So bot er als Vorsitzender des Frankfurter Künstlerbundes modern orientierten Künstlern Präsentationsflächen. Er leitete ein Meisteratelier an der Städelschule und unterstützte als Mitbegründer der Frankfurter Künstlerhilfe notleidende Kollegen. Seine zahlreichen Bildnisse von Personen des öffentlichen Lebens verweisen auf die Zeitgeschichte. Gleichzeitig macht Nussbaums Vita jüdische Historie in Frankfurt sichtbar. Früh reagierte er auf die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und emigrierte 1933 an den See Genezareth, wo er einen Neuanfang wagte.

Anlässlich des Todes des Malers vor 90 Jahren wird die Kunsthistorikerin Dr. Claudia Müller-Proskar, Autorin des Werkverzeichnisses und der Monografie, über Nussbaums Lebenswerk und dessen Bedeutung für Frankfurt sprechen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kunstgewerbeverein Frankfurt statt.

MITTWOCH, 22. APRIL, 19 UHR
Historische Villa Metzler
Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt
Präsenzveranstaltung