15.01.2026

Tiere sind auch nur Menschen

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Skulpturen von August Gaul im Liebieghaus

15.01.2026
18 Uhr, Liebieghaus Skulpturensammlung

"Ein Fest: üppig, sinnlich, ausgewogen, gut komponiert und bis ins Kleinste abgestimmt“, lobt die hr2 Frühkritik. Schon der Titel der Ausstellung lässt ahnen, dass es über reine Kunstbetrachtung hinausgeht. Schließlich ist das Verhältnis des Menschen zum Tier von Ambivalenz geprägt: Es reicht von Verehrung wie im alten Ägypten, wo unter anderem Stiere und Widder, aber auch Käfer (Skarabäen) als heilig galten, und dem Tier als religiö­ses Symbol (allen voran das Lamm) über die Betrachtung als reines Nutztier bis zur heutigen Praxis der Massentierhaltung. Die Vorstellung von der „Krone der Schöpfung“ einerseits und dem Tier als niederes Wesen andererseits scheint sich hartnäckig zu halten. Der Künstler August Gaul, geboren 1869 in Großauheim/Hanau, gilt als Pionier der modernen Tierplastik. Anregungen für seine Arbeiten findet er insbesondere bei Besuchen im Berliner Zoo, für den er 1890 durch Los eine Dauerkarte erhält. Daraufhin fertigt er, bevorzugt in den frühen Morgenstunden, zahllose Skizzen der Tiere an. Gaul befreit das Motiv von jahrhundertealter Symbolik und entwickelt eine neue bildhauerische Formensprache. Neben eindrucksvollen, lebensgroßen Skulpturen von Löwen und Menschenaffen richtet er den Blick auch auf Tiere, die zuvor in der Kunst kaum Beachtung fanden, wie etwa Esel, Gänse oder Enten. Die 484. Kleine Gruppe kann eine Auswahl aus den über 100 Plastiken in einer Führung näher betrachten.

DONNERSTAG, 15. JANUAR, 18 UHR
Liebieghaus Skulpturensammlung
Schaumainkai 71, 60596 Frankfurt
Führung Pascal Heß
Dauer 1 Stunde, max. 25 Teilnehmer
Anmeldung beim KKF bis 14. Januar